Manchmal geht’s dann doch plötzlich ganz schön schnell. Das weiß Boris Becker aus der Besenkammer, das weiß jetzt auch Alexander Zorniger. Nach der 0:4-Heimpleite gegen den FC Augsburg war seine Zeit in Stuttgart abgelaufen. Der abstiegsgefährdete Fußball-Bundesligist demonstrierte zumindest hier Entschlossenheit. Wenigstens das Feuern klappt noch. Zorniger war übrigens der zehnte Trainer im zehnten Jahr. So gesehen beweist der VfB in manchen Bereichen beängstigende Konstanz.

Treueschwüre hin, Durchhalteparolen her. Wer öffentlich Spieler demontiert, uneinsichtig an einer Scheunentor-Taktik festhält und damit seit dem ersten Spieltag ins Verderben rennt, hat es nicht anders verdient. Aber ist Zorniger das Problem des VfB? Sicher nicht das einzige. Verbunden mit jedem Trainerwechsel bleibt der kleine Funke Hoffnung, dass sich vielleicht doch irgendwas ändern wird. Vielleicht. Gut, eher unwahrscheinlich. Aber schließlich schauen wir auch jedes Spiel des FC Bayern München in der Hoffnung, dass die mal ein Spiel verlieren.

Und wie geht es weiter? Die DS9-Redaktion hat mögliche neue Trainer gecastet und eine Hitparade der Nachfolger zusammengestellt: Auf Platz eins rangiert Felix Magath. Er hat bereits angedeutet, dass er es machen möchte. In der SWR-Sendung Sport im Dritten hat er am vergangenen Sonntag klargestellt, dass er alles anders machen würde, als Alexander Zorniger. Das ist zwar einfach, bedeutet aber auch, dass der VfB zumindest kurzfristig wieder erfolgreich wäre. Zudem hat er ein eindeutiges Urteil über Timo Werner  gefasst: „Bei mir wäre er Nationalspieler.“

An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf die besten Zorniger-Zitate hinweisen. So erklärte er vor der Saison den Kollegen der 11Freunde-Redaktion: „Ich habe den Eindruck, dass mir mit viel Respekt und Vorfreude entgegengetreten wird. Was ich aber auch spüre, ist ein tief verwurzelter Respekt vor dem, was sich hier in den vergangenen Jahren abgespielt hat.“ Nachdem Timo Werner im Spiel bei der TSG Hoffenheim zunächst das 2:2 erzielte und Sekunden später eine Großchance zum Siegtreffer vergab, grantelte Zorniger: „Den konnte er nicht reinmachen. Der war noch so mit Küsschen, Küsschen verteilen beschäftigt vom 2:2, dass der Fokus halt nicht auf dem 3:2 war.“ Wir gehen davon aus, dass er jetzt von Timo Werner ein Abschiedsküsschen bekommen hat. Und hier die weiteren Trainerkandidaten: keine. Wir sind sicher, nur Felix Magath kann den VfB retten. Denn er würde in der Winterpause sicher 22 neue Spieler verpflichten und damit die Quote der Versager etwas verwässern. Co-Trainer wird übrigens Martin Gisdol. Sport1 orakelte, dass Jos Luhukay heißer Kandidat sei. Gut, wenigstens ein Holländer. Auch in der DS9-Tipprunde schlug die Entlassung ein. Marcels Vorschlag, Huub Stevens bei Hoffenheim aus dem Vertrag zu kaufen, wird in der Mercedesstraße ebenfalls heiß diskutiert.

Egal, wer der neue Trainer wird: die DS9-Redaktion hat hier einen exklusiven Geheimtipp an den neuen Retter: Er sollte auf Spiele gegen Augsburg verzichten oder zumindest versuchen, diese Partien nicht zu verlieren. Denn auch Zornigers Vorgänger mussten nach einer Pleite gegen die Kicker aus der Marionetten-Stadt gehen: 2013 Bruno Labbadia, 2014 Armin Veh und jetzt Alexander Zorniger. Gott sei dank gibt es in dieser Saison nur noch ein Spiel gegen Augsburg.}

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