Als Helene Fischer schrie, war Spratz zur Stelle. Genau in dem Moment, als die erfolgreichste Nervensäge des deutschen Schlagers „Atemlos“ anstimmte und im BluBowl in Plochingen auf der Bowling-Anlage die Lichter ausgingen, sah Spratz Licht am Ende des Tunnels. Was folgte war eine Aufholjagd, die es im Jahr 2015 zuvor noch nicht gegeben hat. Während der nach zwei Durchgängen führende Mile bei Lasershow und Nebelschwaden zu den Schlagerklängen völlig die Nerven verlor, war Spratz nicht mehr zu stoppen. Souverän und unaufhaltsam beförderte er die Pins mit einer derartigen Selbstverständlichkeit in die Horizontale, dass selbst Bobby Billiard staunen würde. Nach vier Durchgängen war die Sensation zum Jahresauftakt perfekt. Spratz siegte mit 561 Punkten souverän vor Magic (478) und Mile (446). Nach zwei Stunden und schmerzenden Armen steht fest: In diesem Jahr wird der Gesamtsieg nur über Spratz führen.

Zumindest eine Konstante scheint es im neuen Jahr zu geben. Auf Mile ist nämlich Verlass. Trotz starker Anfangsphase und Halbzeitführung verließen ihn am Ende die Kräfte. Wie beim Billard musste er sich auch auf der Bowling-Bahn mit Rang drei zufrieden geben. „Ich denke tatsächlich über ein Karriereende nach“, stellte ein frustrierter Mile fest. Euphorisch jonglierte dagegen am Ende Spratz mit den Elf-Kilo-Kugeln als wären es Federbälle. Der Gesamtsieger des Jahres 2009 hat dem Meister durch den sensationellen Auftaktsieg vor eine große Aufgabe gestellt. Zu Beginn der Bowling-Runde sah es danach allerdings überhaupt nicht aus. Mile demonstrierte Konstanz und führte nach zwei Durchgängen souverän mit 243 Zählern vor Magic (225) und Spratz (210). Doch dann entdeckte Spratz den Strike und den Spare und räumte die Pins ab wie sonst nur Kaltgetränke an der Theke. Es lief wie geschmiert. Warum? Das wusste auch Spratz nicht wirklich. „Kein Anlauf, keine große Wucht, nicht drüber nachdenken, einfach die Kugel raushauen“, suchte er nach Erklärungen. Fast geräuschlos zelebrierte er anschließend Billard von einem noch unentdeckten Stern. Magic und Mile sind sich allerdings sicher, dass es an Helene Fischer lag. Offenbar sorgte „Atemlos“ für erhöhten Blutdruck und Durchblutung von für das Billard lebensnotwendigen Körperteilen. Mile verlor angesichts der Disco-Mucke die Konzentration und überlegt nun rechtliche Schritte gegen den Bowlingbahn-Betreiber.

Magic zog auf den letzten Drücker den Kopf wieder einmal aus der Schlinge. Er rettete sich auf Platz zwei und vermied einen kompletten Fehlstart. Eine Ausrede für eine Performance mit Licht und Schatten hatte der Meister auch parat: Er schob die fehlende Power auf Heimwerkerarbeiter. Dies war übrigens auch 2009 der Grund dafür, warum der Meister in diesem Jahr nicht Gesamtsieger wurde. Ein gutes Omen also für Spratz?

Gesamtstand 2015

MagicPt.SpratzPt.MilePt.
03.01.2015
Bowling
478
(111/114/116/137)
2561
(99/111/173/178)
4446
(106/137/105/98)
1
27.02.2015
Billard
646441
15.05.2015
Billard
646441
Gesamt10123
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